
Es ist ja schon irgendwie peinlich, dass ich seit meiner ersten Show – also seit der Wiederaufnahme – noch keinen einzigen Artikel über meine Tarzan-Besuche geschrieben habe. Vielleicht einfach, weil ich inzwischen bei Show Nummer 51 angekommen bin und das einfach viel zu viele Artikel wären. 😂
Für mich ist Tarzan mittlerweile ein sehr wichtiger Teil meines Lebens geworden. Durch dieses Stück durfte ich so viele tolle Menschen kennenlernen – nicht nur auf der Bühne, sondern auch hinter den Kulissen. Es sind neue Freundschaften entstanden, die ich nicht mehr missen möchte.
Ich durfte einige Premieren erleben – die Premiere in Stuttgart, aber auch einige Dernieren, die mir immer in Erinnerung bleiben werden. Außerdem durfte ich viele verschiedene Tarzans, Janes und andere Rollen in den unterschiedlichsten Besetzungen sehen, und dafür bin ich unglaublich dankbar. Wahrscheinlich sind es deshalb auch so viele Shows geworden.
Denn jede einzelne Vorstellung war etwas Besonderes. Egal, ob es dieselbe Besetzung wie einige Wochen zuvor war oder eine neue Kombination auf der Bühne stand – jede Show wurde von den Darstellerinnen und Darstellern zu etwas Einzigartigem gemacht. Selbst Vorstellungen, bei denen mal nicht alles ganz nach Plan lief, waren für jemanden, der das Stück so oft gesehen hat, etwas ganz Besonderes.

Wie ich eigentlich wieder zu Tarzan gekommen bin ?
Ich erinnere mich noch sehr gut an den Tag. Ich hatte mit einer alten Freundin geschrieben und wir wollten eigentlich gemeinsam eine der Previews besuchen. Diese wurden damals allerdings kurzfristig abgesagt. Ich meine mich zu erinnern, dass die Show noch überarbeitet werden sollte und deshalb einige Vorstellungen gestrichen wurden – ganz sicher weiß ich das aber nicht mehr.
Also haben wir kurzerhand beschlossen: Dann gehen wir eben zur Premiere!
Rückblickend war das die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Es war ein wirklich unvergesslicher Abend. Gleichzeitig war es nach langer Zeit auch meine erste Premiere überhaupt, weshalb ich unglaublich nervös war. Doch dank meiner tollen Begleitung und all den Menschen, die man dort wiedergetroffen hat, verging der Abend wie im Flug. Ich hätte auch nie gedacht das ich jemals auf einem Roten, äh Grünen Teppich stehen werde. Es war eine echte Achterbahn der Gefühle. Nach so vielen Jahren wieder Tarzan zu sehen, fühlte sich etwas ganz Besonderes an. Die neue Cast hat mich von Anfang an begeistert. Elindo kannte ich zuvor bereits als Olaf aus Hamburg und war gespannt, ihn als Terk zu erleben. Und auch in dieser Rolle hat er mich absolut überzeugt. Vajen hatte ich, wenn ich mich richtig erinnere, zuletzt bei Paramour in Hamburg gesehen – also ebenfalls schon einige Jahre zuvor. Sie war eine wundervolle Jane und brachte genau die Mischung aus Stärke, Charme und Humor mit, die die Rolle für mich ausmacht. Terence, Sidonie und Daniel kannte ich vor dieser Premiere noch nicht. Umso schöner war es zu erleben, wie sie mich mit jeder weiteren Show mehr von sich überzeugen konnten. Mit jeder Vorstellung entdeckte ich neue Facetten ihrer Rollen und lernte ihre Darstellungen noch mehr zu schätzen. Aber nicht nur die Hauptdarsteller machten diesen Abend so besonders. Auch das Ensemble war voller großartiger Künstlerinnen und Künstler, von denen ich einige später sogar noch in ihren Cover-Shows erleben durfte. Damals hätte ich niemals gedacht, dass aus diesem einen Premierenbesuch irgendwann 51 Tarzan-Shows werden würden. 48 waren es alleine in Stuttgart.

Besondere Momente:
Es ist wirklich schwer, sich hier auf nur ein paar Momente zu beschränken. Denn davon gab es in den letzten Jahren unzählige. Manche waren groß und emotional, andere eher klein und unscheinbar. Doch genau diese Mischung macht Live-Theater für mich so besonders. Da waren die Premieren, bei denen die Aufregung schon vor Beginn der Show in der Luft lag. Die Dernieren, die oft mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbunden waren. Die Cover-Debüts, bei denen man die Nervosität und gleichzeitig die Freude der Darsteller spüren konnte. Und natürlich die vielen kleinen, ungeplanten Momente, die jede Vorstellung einzigartig gemacht haben. Besonders schön fand ich immer die Momente, in denen man gemerkt hat, wie viel Spaß die Darsteller auf der Bühne miteinander haben. Kleine Blicke, spontane Reaktionen oder Situationen, die vielleicht nur denjenigen auffielen, die die Show schon häufiger gesehen hatten. Genau diese Augenblicke haben dafür gesorgt, dass sich keine Vorstellung wie die andere angefühlt hat. Aber nicht nur auf der Bühne sind besondere Erinnerungen entstanden. Auch die Gespräche vor und nach den Shows, das Wiedersehen mit Freunden und die gemeinsamen Erlebnisse rund um die Vorstellungen gehören für mich zu den schönsten Momenten meiner Tarzan-Zeit. Wenn ich heute auf all diese Shows zurückblicke, sind es nicht nur einzelne Szenen oder Lieder, an die ich mich erinnere. Es sind die Gefühle, die Menschen und die Erinnerungen, die jede einzelne Vorstellung zu etwas Besonderem gemacht haben.





Zu meinen persönlichen Highlights gehört auf jeden Fall, Leonie, Lyssa und Hannah in ihren Cover-Shows erleben zu dürfen. Es ist immer etwas Besonderes, wenn man Darstellerinnen und Darsteller in einer neuen Rolle auf der Bühne sieht. Auch Kasper als Tarzan zu erleben, war für mich ein ganz besonderer Moment. Jeder hat die Rolle auf seine eigene Weise interpretiert und genau das hat jede Vorstellung so einzigartig gemacht.Einer der wichtigsten Momente meiner gesamten Tarzan-Zeit fand allerdings gar nicht auf der Bühne statt. Durch dieses gemeinsame Hobby durfte ich Nathalie kennenlernen. Aus einer gemeinsamen Leidenschaft für Musicals und einen ganz besonderen Darsteller entstand eine Freundschaft, die ich heute nicht mehr missen möchte. Natürlich spielte dabei auch Robin eine große Rolle. Er war ein unfassbar toller Tarzan und hat sich nach jeder Show Zeit für seine Fans genommen. Aus vielen kurzen Gesprächen, gemeinsamen Erlebnissen und unzähligen Theaterbesuchen entstand nach und nach etwas viel Größeres. Ohne Tarzan hätte es viele dieser Erinnerungen nie gegeben. Und vermutlich hätte es auch die Robinssippe nie gegeben. Was ursprünglich mit einem gemeinsamen Interesse begann, entwickelte sich zu einem Herzensprojekt, das uns bis heute begleitet und uns viele weitere besondere Momente beschert hat. Wenn ich an meine Tarzan-Zeit zurückdenke, dann sind es deshalb nicht nur die Shows, die mir in Erinnerung bleiben. Es sind vor allem die Menschen, die ich auf diesem Weg kennenlernen durfte, und die Freundschaften, die daraus entstanden sind.

Lieblingsdarsteller: Über die zwei Jahre in Stuttgart und inzwischen auch die ersten drei Shows in Hamburg durfte ich viele verschiedene Tarzans, Janes, Kerchaks, Terks, Kalas und unzählige Ensemble-Konstellationen erleben. Jeder einzelne Darsteller hat seiner Rolle etwas Eigenes mitgegeben und genau das hat jede Show auf ihre Weise besonders gemacht.
Jane: Vajen van den Bosch , Hannah Leser, Lyssa Tejero, Deike Darrelmann, Judith Caspari, Abla Alaoui und Leonie Hammel. Tarzan: Terence van der Loo, Kasper Nilson, Bob van der Weijdeven, Philipp Büttner, Riccardo Sinisi, Alex Klaws und Robin Reitsma. Terk: Elindo Avastia, Bruno Vida, Francesco Marino, Leonardo Lusardi und Michael Moore Kerchak: Daniel Rakasz, Raphael Dörr und Matthias Otte Kala: Karen Helbing, Melanie Ortner-Stassen, Hannah Leser, Lyssa Tejero, Marle Martens, Sidonie Smith, Leonie Hammel und Kerry Jean Clayton: Ludo van der Winkel, Matthias Otte, Raphael Dörr, Luciano Mercoli, John Vooijs, Richy und Robin Reitsma
Aus all diesen Darstellern einzelne Favoriten herauszupicken, fällt mir unglaublich schwer. Natürlich hat man über die Jahre seine persönlichen Lieblinge entwickelt, aber letztendlich habe ich jede einzelne Interpretation ins Herz geschlossen. Besonders berührt haben mich Robin Reitsma und Vajen van den Bosch als Tarzan und Jane. Bei einer Show mit Robin saß ich kaum jemals im Publikum, ohne zumindest eine Träne zu verdrücken. Seine Darstellung hat mich jedes Mal aufs Neue emotional abgeholt. Vajen verkörperte für mich Jane auf eine ganz besondere Weise. Sie brachte so viel von Janes Charakter mit und ihre Chemie mit Robin auf der Bühne war einfach wunderschön anzusehen. Daniel Rakasz und Marle Martens waren für mich lange Zeit die prägendsten Kerchaks und Kalas. Gleichzeitig haben mich aber auch Leonie Hammel, Hannah Leser und Lyssa Tejero in ihren Cover-Rollen als Kala und Jane jedes Mal aufs Neue begeistert. Und bei Terk führt für mich kein Weg an Elindo vorbei. Ich mochte ihn bereits als Olaf und habe ihn auch als Terk vom ersten Moment an geliebt. Bei Clayton hingegen kann ich mich bis heute nicht entscheiden. Die Rolle wurde von jedem Darsteller so unterschiedlich und gleichzeitig so überzeugend gespielt, dass es für mich schlicht unmöglich ist, einen Favoriten zu benennen.

Und falls sich jetzt jemand denkt, dass das alles völlig verrückt klingt – ja, das war es wahrscheinlich auch. Mein Geldbeutel hat in den letzten Jahren definitiv gelitten. Aber ganz ehrlich: Jede einzelne Show war es wert.
Dabei hat es sicherlich nicht geholfen, dass ich in Stuttgart wohne und das Theater quasi vor der Haustür hatte. Dennoch beschränkten sich meine Musicalreisen nie nur auf Tarzan. Für andere Produktionen bin ich ebenfalls durch Deutschland und sogar darüber hinaus gereist. Wer Musicals liebt, kennt das wahrscheinlich: Irgendwann plant man seine Wochenenden nicht mehr nach freien Tagen, sondern nach Spielplänen.
Und obwohl 51 Vorstellungen für viele nach einer unglaublich hohen Zahl klingen mögen, bereue ich keine einzige davon. Denn hinter jeder Show steckt eine Erinnerung, ein besonderer Moment oder ein Mensch, den ich ohne Tarzan vielleicht nie kennengelernt hätte.
Abschluss Als ich damals zur Premiere gefahren bin, hätte ich niemals gedacht, dass daraus einmal 51 Shows werden würden. Aus einem einfachen Theaterbesuch wurde eine Reise, die mich über mehrere Jahre begleitet hat. Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, denke ich nicht zuerst an die Zahl 51. Ich denke an die Menschen, die ich kennenlernen durfte. An die Freundschaften, die entstanden sind. An die vielen besonderen Momente auf und neben der Bühne. An die Premieren, Dernieren, Cover-Debüts, die emotionalen Szenen und die unzähligen Erinnerungen, die jede einzelne Show hinterlassen hat. Tarzan war für mich nie nur ein Musical. Es war ein Ort, an den ich immer wieder gerne zurückgekehrt bin. Ein Ort voller Emotionen, Begegnungen und Geschichten. Ein Ort, an dem aus Fremden Freunde wurden und aus einem Hobby ein wichtiger Teil meines Lebens. Vielleicht klingt 51 Mal für manche verrückt. Und ganz ehrlich? Wahrscheinlich ist es das auch ein bisschen. Aber ich bereue keinen einzigen Besuch. Denn jede Show hat auf ihre Weise etwas Besonderes hinterlassen. Und auch wenn dieses Kapitel in Stuttgart inzwischen zu Ende gegangen ist, werden die Erinnerungen, die Menschen und all die besonderen Momente für immer bleiben. Danke, Tarzan. Für 51 unvergessliche Shows.


Kommentar schreiben