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Ghost on Tour

Lang ist es her, dass ich hier einen Artikel geschrieben habe.

Wer kennt es nicht auf der Arbeit ist viel los oder privat stehen tausend Dinge an, die erledigt werden wollen. Aber jetzt hatte ich einfach mal wieder richtig Lust, euch von einer meiner Musical-Reisen zu erzählen. Und diesmal geht es um Ghost – Nachricht von Sam. Ich habe ja schon einige Shows gesehen, aber diese hier war für mich nochmal etwas ganz Besonderes. Aber fangen wir von vorne an. Meine erste Begegnung mit Ghost hatte ich 2022 in Fellbach bei Stuttgart  zusammen mit einer guten Freundin. Wir hatten uns so auf diesen Abend gefreut und ich glaube, genau das hat ihn auch so besonders gemacht. Diese gemeinsame Vorfreude, das Kribbeln kurz bevor es losgeht – und dann eine Show, die uns beide von der ersten Minute an komplett abgeholt hat. Ich war direkt verliebt. Davor war ich schon in Berlin bei der Inszenierung von Stage Entertainment. Diese Show habe ich mit meiner Familie besucht. Berlin hat sowieso immer ein ganz eigenes Feeling groß, laut, voller Energie. Und dort durfte ich tatsächlich Alexander Klaws als Sam erleben. Was soll ich sagen? Er hat mich zum Lachen gebracht  und im nächsten Moment hatte ich Tränen in den Augen. Genau dafür liebe ich Musical. In Stuttgart war ich dann nochmal  diesmal mit meiner Schwester. Und auch dieser Abend hatte wieder seinen ganz eigenen Zauber. Für mich war das absolute Highlight, dass wir Roberta Valentini als Molly erleben durften. Diese Frau ist einfach unglaublich. So viel Gefühl, so viel Präsenz Gänsehaut pur. Und dann kamen München, Wien und Dresden diesmal mit der neuen Inszenierung von Showslot. Jede Stadt hatte ihren eigenen Vibe. München war für mich etwas ganz Besonderes. Dort war ich mit meinen beiden Freundinnen unterwegs, um unseren Lieblingsdarsteller Robin Reitsma zu supporten. Und ganz ehrlich es war nicht nur ein Städtetrip, es war ein kleines Fan-Herz-Event. Eine wunderschöne Reise und eine sehr emotionale Vorstellung. Wien war dann eher spontan. Eigentlich dachte ich: „Okay, das war’s jetzt.“ Aber… ich lasse mich einfach viel zu gerne zu einer weiteren Show überreden. Also ging es danach noch nach Dresden – mit einer ganz neuen Begleitung, die ich tatsächlich bei der Show in Wien über Instagram kennengelernt habe. Wie verrückt ist das bitte? Für sie war es die erste Show mit Robin – nachdem er bei den letzten Vorstellungen leider krank gewesen war. Umso schöner war es, dass wir ihn dort zusammen erleben durften. Und ja… ich durfte ihn ihr nach der Vorstellung sogar vorstellen. Ich bin mittlerweile ja fast schon Dauergast 😅 Und ich glaube, das wird sich auch so schnell nicht ändern. Und dann dachte ich wirklich: Das war jetzt die letzte Show. Wirklich. Aber wie heißt es so schön? Ich zitiere da immer gerne Lucheni aus Elisabeth: „So wie man plant und denkt, so kommt es nie.“ Und genauso war es. Vielleicht waren es auch einfach schon zu viele Shows… Wenn ich richtig gezählt habe – 20 Stück. (Ich habe extra nochmal nachgesehen. Ja. 20. Komplett verrückt.) Also ging es für mich doch noch ein allerletztes Mal nach Bremen. Und genau diese Reise war nochmal etwas ganz Besonderes. Darüber möchte ich euch jetzt ausführlicher erzählen – und natürlich auch ein paar Eindrücke mit euch teilen.

Bremen - 29. November 2025 

Der Tag war endlich da und es ging für mich mit der Deutschen Bahn nach Bremen. Und ja, erstaunlicherweise sogar mal ohne Probleme. Das muss man wirklich erwähnen 😅.

In Bremen angekommen, habe ich mir erst einmal noch schnell etwas Kleines zu essen geholt, bevor ich meine Sachen ins Hotel gebracht habe. Dort habe ich mich ein wenig ausgeruht, denn am Abend stand ja die Vorstellung an und ich wollte nicht komplett müde dort sitzen. Langsam habe ich mich dann fertig gemacht und bin Richtung Theater los. Da ich dort schon einmal bei Elisabeth gewesen war, kannte ich den Weg noch ein bisschen und habe es zum Glück relativ schnell gefunden. Nachdem ich meine Sachen an der Garderobe abgegeben hatte, bin ich nach oben gegangen und habe mich noch etwas umgeschaut. Ich liebe diesen Moment vor einer Show einfach. Alles ist noch ruhig, aber man spürt schon diese besondere Stimmung in der Luft.

Als die Türen zum Saal geöffnet wurden, bin ich direkt hineingegangen. Ich wollte mich in Ruhe einrichten, denn wie ich ja am Anfang schon erzählt habe, war es keine ganz normale Vorstellung für mich. Ich durfte nämlich von Showslot aus für meinen Instagram-Account während der Vorstellung fotografieren. Es waren nur ein paar ausgewählte Szenen, aber trotzdem war ich unglaublich dankbar für diese Möglichkeit. Und ganz ehrlich? Ich war extrem nervös. Ich bin ein Mensch, der sich sehr viele Gedanken macht und das war für mich wirklich wie eine kleine Mutprobe. Etwas zu tun, das komplett außerhalb meiner Komfortzone liegt. Bevor das alles überhaupt zustande kam, hatte ich Jana angeschrieben. Sie hatte das selbst schon einmal gemacht und mich damit total inspiriert. Ich fand es damals schon so beeindruckend, wie sie das umgesetzt hat. Und sie hat mir direkt geholfen, mir ein bisschen die Angst genommen und mir Mut zugesprochen, es einfach zu versuchen. Danke auch an Nathalie für deine Tipps und deine positiv zusprechen. Trotzdem saß ich dann im Saal und mein Herz hat gefühlt bis zum Hals geschlagen. Man will ja nichts falsch machen. Alles richtig einstellen, im richtigen Moment abdrücken, niemanden stören und gleichzeitig die Szene perfekt einfangen. Das ist nochmal etwas ganz anderes, als einfach nur im Publikum zu sitzen und die Show zu genießen.Aber genau das hat diesen Abend für mich noch besonderer gemacht. Dieses Kribbeln. Diese Verantwortung. Und gleichzeitig diese Vorfreude auf jede einzelne Szene, die ich festhalten durfte. 

Anfangs war es ein total komisches Gefühl. Ich musste mich erst einmal daran gewöhnen, nicht einfach nur zuzuschauen, sondern wirklich mit voller Konzentration dabei zu sein. Aber je länger es ging, desto mehr Spaß hat es mir gemacht. Irgendwann war die Nervosität nicht mehr ganz so laut und die Neugier wurde größer. Ich war total gespannt, was am Ende dabei herausgekommen ist. Nachdem ich den restlichen Akt noch ganz normal weiter angeschaut habe, habe ich in der Pause vorsichtig schon mal ein paar Bilder durchgeschaut. Und wie das eben so ist, man ist doch sehr selbstkritisch. Viele Bilder fand ich im ersten Moment gar nicht so gut. Man sieht ja immer zuerst das, was nicht perfekt ist. Aber dann dachte ich mir: Jetzt erstmal die Pause genießen. Also habe ich meine Cola und die Brezel, die ich mir noch geholt hatte, in Ruhe gegessen und beschlossen, mir die Bilder nach der Show ganz entspannt anzuschauen.

Foto: ©Halfatarzanmonkey
Foto: ©Halfatarzanmonkey

 

An dieser Stelle möchte ich euch noch einmal ganz kurz die Story von Ghost – Nachricht von Sam zusammenfassen, falls es tatsächlich noch jemanden gibt, der das Musical nicht kennt oder den damaligen Film nicht gesehen hat. In Ghost – Nachricht von Sam geht es um Sam und Molly, ein junges Paar, das gerade frisch in eine gemeinsame Wohnung gezogen ist und eigentlich einfach nur glücklich sein will. Doch dieses Glück hält nicht lange an. Sam wird bei einem Überfall erschossen und plötzlich ist nichts mehr, wie es vorher war. Was Molly jedoch nicht weiß: Sam ist noch da. Als Geist bleibt er auf der Erde zurück, weil er spürt, dass etwas nicht stimmt und Molly in Gefahr ist. Er versucht alles, um sie zu beschützen und ihr irgendwie ein Zeichen zu geben. Hilfe bekommt er dabei von der schrägen Wahrsagerin Oda Mae Brown, die als Einzige seine Stimme hören kann – auch wenn sie das anfangs selbst nicht wirklich glauben will. Es ist eine Geschichte über Liebe, Verlust, Abschied – aber vor allem darüber, dass wahre Liebe stärker ist als alles andere. Und genau das geht jedes Mal wieder mitten ins Herz.

 

An diesem Abend stand wirklich eine ganz besondere Cast auf der Bühne:

Bianca Basler als Molly Jensen war für mich einfach unglaublich stark. Molly erlebt so viel Schmerz, so viel Verlust und trotzdem zerbricht sie nicht. Man spürt ihre Trauer in jeder Szene, aber gleichzeitig auch diese Stärke, dieses Weitermachen, obwohl alles in ihr eigentlich stehen bleiben möchte.

Bianca hat genau das so ehrlich gespielt. Keine übertriebene Dramatik, sondern echte Emotion. Man hat ihr jede Träne abgenommen. Und vor allem hat man eines ganz deutlich gespürt: Sie liebt Sam. Nicht nur in den großen Momenten, sondern auch in den kleinen Blicken, in der Art, wie sie über ihn spricht, wie sie ihn berührt, selbst wenn er für sie unsichtbar ist. Robin Reitsma als Sam Wheat hat mich an diesem Abend wieder ganz besonders berührt. Er spielt Sam nicht nur als den liebenden Partner, sondern als jemanden, der plötzlich alles verliert und trotzdem alles versucht, um Molly zu beschützen. Dieses Gefühl von Ohnmacht, von „Ich bin da, aber sie kann mich nicht sehen“ das hat er unglaublich greifbar gemacht. Man hat seine Verzweiflung gespürt, aber auch diese tiefe, ruhige Liebe zu Molly. Es waren oft gar nicht die großen Momente, sondern eher die kleinen Blicke, die Körpersprache, diese stille Präsenz auf der Bühne. Er musste viel über Mimik und Haltung transportieren und genau das hat es für mich so stark gemacht. Und ganz ehrlich? Er berührt mich jedes Mal aufs Neue. Ich sitze da und weiß eigentlich schon, was kommt und trotzdem heule ich wieder. Immer. Lucas Baier als Carl Bruner hat mich wirklich überrascht. Er ist Sams bester Freund und trägt eine Mitschuld an seinem Tod eigentlich also ganz klar die negative Rolle. Und trotzdem habe ich seinen inneren Konflikt gespürt. Es wirkte nicht wie ein kalter Bösewicht, sondern wie jemand, der sich in etwas verrannt hat und aus Angst und Gier falsche Entscheidungen trifft. Man hat gemerkt, dass da innerlich etwas zerbricht. Und genau das hat seine Darstellung für mich so stark gemacht. Und dann UZOH als Oda Mae Brown. Was soll ich sagen? So eine Powerfrau. Ich liebe einfach ihre Energie! Sobald sie die Bühne betritt, ist sie präsent. Diese Ausstrahlung, dieses Timing, dieser Humor und trotzdem bringt sie auch die leisen, ehrlichen Momente rüber. Für mich jedes Mal ein absolutes Highlight. Sandro Wenzing als Willie Lopez hat die nötige Spannung in die Geschichte gebracht.

Auch in den Nebenrollen war der Abend stark besetzt: Ulrich Talle als Krankenhausgeist, Sophie Alter als U-Bahn-Geist, Annika Böble als Clara, Lina Kopf als Louise, Simon Ndaw als Beidermann sowie Silja Teerling als Mrs. Santiago. Und natürlich das Ensemble, unter anderem mit Ortisha Luisa Meloni, das die Show mit so viel Energie und Leben gefüllt hat.

Es war einfach eine Cast, bei der alles gestimmt hat.

 

Dieses Stück berührt mich einfach immer wieder aufs Neue. Und ich bin wirklich dankbar, dass ich es so oft sehen durfte – und dann auch noch mit dieser fantastischen Cast, die wirklich jede einzelne Show großartig gespielt hat. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Stück auch nach so vielen Vorstellungen immer noch so unter die Haut geht. Aber Ghost schafft das bei mir jedes Mal.

Ich muss auch sagen, in diesem Theater ist es tatsächlich egal, wo man sitzt, ob weiter vorne oder weiter hinten. Durch den abgeschrägten Saal hat man von überall eine richtig gute Sicht auf die Bühne. Das mag ich sehr, weil man sich dadurch komplett auf die Show einlassen kann.

 

Auch der Sound war an diesem Abend besser als bei den Shows zuvor, die ich gesehen hatte. Man hat jede Stimme klar verstanden und die Musik kam richtig schön zur Geltung. Und die Kostüme mag ich sowieso total gerne. Besonders die von Oda Mae Brown feiere ich am meisten. Sie darf im Stück einfach mehr Farbe tragen und durch ihre abgedrehte Art auch ein bisschen verrücktere Sachen anziehen. Genau das passt perfekt zu ihr und bringt nochmal eine ganz eigene Energie auf die Bühne. Sobald der letzte Satz des Stückes fällt, ist es jedes Mal traurig. Man möchte eigentlich gar nicht, dass es endet. Am liebsten würde man einfach die Zeit anhalten oder das Ganze in Dauerschleife laufen lassen. Aber das geht ja leider nicht. Und irgendwie ist das vielleicht auch gut so, denn man möchte ja auch noch andere tolle Stücke erleben. Trotzdem bleibt dieses Gefühl, dass man noch ein bisschen länger in dieser Geschichte hätte bleiben wollen.

 

Nachdem die Show dann zu Ende war, ging es für mich natürlich noch an die Stage Door. Ich wollte unbedingt ein paar der Darsteller abpassen. Wer hätte es gedacht, ich hatte mir eigentlich vorgenommen, noch viel mehr zu erwischen. Aber immerhin habe ich es geschafft, UZOH mein kleines Mitbringsel aus Stuttgart zu überreichen. Sie ist so unfassbar lieb und herzlich. Es war wirklich schön, sie endlich einmal persönlich kennengelernt zu haben. Solche kurzen Begegnungen bleiben einfach im Kopf. Auf hoffentlich ganz baldiges Wiedersehen. 


Dann habe ich natürlich auch noch Robin einmal Hallo gesagt. Es ist immer wieder schön, ihn zu sehen. Gerade weil er für ein paar Monate durch China touren würde, war es zu diesem Zeitpunkt erstmal ein Abschied auf unbestimmte Zeit. Die Tour ist inzwischen zwar vorbei, aber damals fühlte es sich wie der letzte Besuch für eine Weile an. Und genau deshalb war dieser kurze Moment an der Stage Door nochmal etwas ganz Besonderes. Nachdem ich dann lustigerweise noch zwei weitere Musicalfans kennengelernt hatte, eine Mama und ihre Tochter, musste ich zum Glück nicht mehr ganz alleine zurück ins Hotel laufen. Wir haben festgestellt, dass wir im selben Hotel übernachten, also sind wir gemeinsam zurückgegangen.

Auf dem Weg konnten wir uns noch über den Abend austauschen, über unsere Lieblingsdarsteller sprechen und einfach nochmal alles Revue passieren lassen. Ich liebe solche Zufallsbegegnungen. Man fährt alleine zu einer Show und am Ende geht man doch nicht alleine zurück. Das war irgendwie ein richtig schöner Abschluss für diesen Abend in Bremen.

Am Ende dieses Tages saß ich dann im Hotelzimmer, habe nochmal durch meine Fotos geschaut und den Abend Revue passieren lassen. Von der Nervosität vor der Vorstellung über dieses unbeschreibliche Gefühl während der Show bis hin zu den Begegnungen an der Stage Door. Es war wieder einer dieser Tage, die zeigen, warum ich Musical so sehr liebe.

Ghost ist für mich nicht einfach nur ein Stück. Es ist eine Geschichte, die mich jedes Mal aufs Neue berührt, egal wie oft ich sie sehe. Und vielleicht war es dieses Mal wirklich die letzte Vorstellung für mich. Vielleicht aber auch nicht. Man sollte ja niemals nie sagen.

Was ich aber ganz sicher weiß: Dieser Abend in Bremen wird mir noch lange im Herzen bleiben. 💙

𝚅𝚎𝚛𝚏𝚊𝚜𝚜𝚝 𝚟𝚘𝚗 𝙰𝚗𝚗𝚊𝚋𝚎𝚕𝚕 𝚊𝚔𝚊 𝚑𝚊𝚕𝚏𝚊𝚝𝚊𝚛𝚣𝚊𝚗𝚖𝚘𝚗𝚔𝚎𝚢 🎭

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